08.03.2023 Fake News im Mainstream

Zu viel oder zu wenig Erneuerbare?

Wenn in den "Main Stream Medien" über Fake News berichtet wird, dann stehen Veröffentlichungen in rechtsradikalen oder verschwörungstheoretisch verdrehten Artikeln im Mittelpunkt. Dabei sind es die "Main Stream Medien" selbst, die uns fast täglich ein Weltbild servieren, was mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat.

Dabei wollen wir nicht in hochpolitische Themen einsteigen, wie die angeblich durch Russland gesprengte (eigene) Nord Stream Pipeline - eine "Theorie", die durch die Veröffentlichungen von Pulitzerpreisträger Seymour Hersh und die gestrigen Veröffentlichungen der Investigativjournalisten der öffentlichen Medien sich als falsch herausgestellt haben.

"Strommangel im Januar"

Wir wollen stattdessen auf ein ganz profanes Problem im Januar diesen Jahres zurückkommen. Armin Simon berichtet in .ausgestrahlt Nr. 57, Frühjahr 2023, über folgende Zeitungsmeldungen:

Derzeitiger Stromhandel gehört abgschafft!

Was war wirklich passiert?  Rechnerisch decken die Erneuerbaren in manchen Momenten den kompletten Stromverbrauch Deutschlands. In den windstarken Tagen Anfang Januar war durch ein Überangebot von Windstrom im Norden der Preis an der Leipziger Strombörse so niedrig wie lange nicht mehr und Netzbetreiber in der Schweiz, Österreich und Italien orderten viele MW Leistung (die genauen Zahlen und auch das real zur Verfügung stehende Angebot der verschiedenen Stromarten sind akribisch bei .ausgestrahlt aufgeführt) zu diesem günstigen Preis.

Da die Stromtrassen in den Süden - auch durch die bauliche Untätigkeit von Bayern und Baden-Würtemberg - diese Leistung nicht in den Süden übertragen können, steht dort im wesentlichen nur fossil erzeugter Strom und Strom aus Pumpspeicherwerken zur Verfügung. Dann geschieht folgendes, wie .ausgestrahlt schreibt:

Nach den geltenden Strommarktregeln sind nun die Netzbetreiber in der Pflicht, die Fehler des Marktes über einen sogenannten Redispatch zu korrigieren. Sie ordnen also an, dass Strom, der verkauft wurde, aber nicht transportiert werden kann, näher beim Kunden produziert werden muss. Indem etwa Windparks im Norden aus dem Wind drehen und im gleichen Umfang konventionelle Kraftwerke im Süden hochfahren.

Der einzige Unterschied ist, dass ihr Betrieb nun nicht vom Stromabnehmer, sondern vom Netzbetreiber bezahlt wird. Der legt die Kosten dafür plus die Entschädigung für die Betreiber der abgeregelten Kraftwerke plus seine eigenen Kosten samt Gewinnaufschlag auf die Netzgebühren um.

Tatsächlich sah an diesen Tagen so aus, dass Deutschland in der Schweiz Strom kaufen musste, um ihn "anschließend" wieder über Leitungen in die Schweiz ung Österreich zu verkaufen! Das Herz und Gehirn jedes Physikers kann da nur weinen und die betroffenen Elektronen werden auch den Kopf geschüttelt haben.

Und anstatt, dass wir in Zeitungen, Radio und Fernsehen die Wahrheit lesen:

So kommt es, dass Pumpspeicherkraftwerke im Schwarzwald am 15. Januar 200 bis 550 Megawatt billigen Windstrom an der Börse erstehen können, real aber teuren Kohlestrom aus mehreren eigens dafür laufenden Reservekraftwerken verbrauchen. Damit pumpen sie Wasser den Berg hinauf - finanziert von Verbraucherinnen, die der Netzbetreiber zur selben Zeit auffordert, ihr Handy nicht zu laden und den Sonntagsbraten kalt zu essen.

... wird uns von den Profiteuren aus den Energiekonzernen und den konservativen Medien Angst vor der Energiewende gemacht.

Wir hatten uns in anderen Artikel bereits über die seltsamen Stromkosten in Deutschland und die damit zusammenhängende "Merit-Order" Gedanken gemacht. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien war jedenfalls noch nie so günstig wie im letzten Jahr (5-7ct/kWh).

Ganz aktuell schreibt gerade Thomas Eberhardt-Köster im Attac Rundbrief 01/23: "Die Liberalisierung der Strommärkte war mit dem Versprechen verbunden, die Energiekosten für die Verbraucher würden sinken, wenn sich nicht mehr öffentliche Unternehmen, sondern effizient arbeitende Privatunternehmen darum kümmern. Doch das Gegenteil ist der Fall, die Preise sind nicht gesunken dafür ist der Stromsektor zur sicheren Kapitalanlage für institutionelle Anleger geworden.
Und geht es mal schief, muss der Staat eingreifen, um die Versorgung sicherzustellen. Da wäre es doch einfacher und günstiger, die Stromversorgung nicht dem Markt und den Profitinteressen zu überlassen, sondern gleich gesellschaftlich zu organisieren. Deshalb fordern wir: Stromkonzerne für Gesellschaften!"

Mehr dazu in .ausgestrahlt Nr. 57 Frühjahr 2023, https://www.ausgestrahlt.de
und mehr zur verhängnisvollen "Merit-Order" beim Strompreis https://www.aktion-freiheitstattangst.org/cgi-bin/searchartl.pl?suche=Merit&sel=meta


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Tags: #MainStream #FakeNews #Energiepreise #Kosten #Photovoltaik #Windenergie #Umverteilung #Marktwirtschaft #Übergewinnsteuer #Ungleichbehandlung #Transparenz #Profit #Informationsfreiheit #Strompreis #Merit-Order #Stromtransport #Stromexport
Erstellt: 2023-03-08 09:28:44
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