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21.10.2020 Mehr als 30.000-mal Gesichtserkennungssoftware genutzt

Polizei verwendete Gesichtserkennungssoftware für unrechtmäßige Verhaftungen

Wir wollen hier schon mal anmerken, dass wir auch gegen die Nutzung von Gesichtserkennungssoftware bei rechtmäßigen Verhaftungen sind. ;-)

Warum wir grundsätzlich gegen die Nutzung solcher Software sind, haben wir in unseren Kampagnen z.B. am Bahnhof Südkreuz, ausführlich erläutert (False Positives, Überwachungswahn, ...).

Nun hat ein kürzlich veröffentlichter Bericht der LA Times enthüllt, dass die Polizei von Los Angeles Gesichtserkennungssoftware über 30.000 Mal in den letzten 11 Jahren eingesetzt hat und es trotzdem immer wieder leugnet solche Technologie genutzt zu haben. Dank des Berichts der LA Times  wissen wir nun, dass die größte Strafverfolgungsbehörde des Landes schon lange Gesichtserkennungssoftware verwendet.

Das LAPD verfügt nicht über eine eigene Plattform von Gesichtsscannen, sondern verwendet die Gesichtsvergleichssoftware, die durch das Los Angeles County Regional Identification System bereitgestellt wird, eine Datenbank mit etwa 9 Millionen Verbrecherfotos, so die Times.

Openthegovernment.org stellt nach dieser Erkenntnis dazu die richtigen Fragen:

  • Welche anderen Strafverfolgungsbehörden könnten diese Software ohne unser Wissen nutzen?
  • Die Realität ist mindestens alle Polizeidienststellen und Agenturen.
  • Wer Zugang zur Nutzung dieser Technologie hat, bleibt unbekannt.
  • Außer dem LAPD kennen wir nicht die zahlreichen anderen Agenturen, die ihre Verwendung ebenfalls verschleiern könnten.
  • Wir können es nicht kontrollieren und es geschieht einfach weiterhin.

 US Zeitungen berichten selbst über "Probleme" bei der Nutzung von Gesichtserkennungssoftware. So hat die Polizei in Los Angeles (LAPD) unrechtmäßige Verhaftungen in Verbindung mit der verwendeten Gesichtserkennungssoftware vorgenommen. Gesichtserkennungssoftware wird in der Regel mit Bildern von weißen Männern entwickelt. So hat sich nach Studien gezeigt, dass die Gesichtserkennung junge, ältere Menschen, Frauen und Farbige mit einer wesentlich höheren Rate falsch identifiziert als weiße Männer im mittleren Alter.

Ziel darf es jedoch nicht sein, die Software umfassender zu trainieren, sondern diesen Unsinn zu lassen. Jeder einzelne Fall eines falsch Verdächtigten (False Positive) ist einer zu viel.

Mehr dazu bei https://www.openthegovernment.org/
und https://www.latimes.com/california/story/2020-09-21/lapd-controversial-facial-recognition-software
und https://mashable.com/article/lapd-facial-recognition-technology/?europe=true

 


Kategorie[21]: Unsere Themen in der Presse Short-Link dieser Seite: a-fsa.de/d/3ck
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Tags: #Gesichtserkennung #FalsePositives #LAPD #Lauschangriff #Überwachung #Vorratsdatenspeicherung #Videoüberwachung #Rasterfahndung #Datenbanken #Entry-ExitSystem #eBorder #Freizügigkeit #Unschuldsvermutung #Verhaltensänderung
Erstellt: 2020-10-21 09:29:37
Aufrufe: 388

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